Der Wald im Burgenland

Das Burgenland verfügt über rund 133.000 ha Wald, das entspricht einem Drittel der Landesfläche. Die Waldgesellschaften im Burgenland sind von einem sehr hohen Anteil an natürlichem Laubmischwald geprägt.Mit 87,9 % der Gesamtwaldfläche liegt das Burgenland weit über dem österreichischen Durchschnitt mit 22,3 %.


Bei der Bewirtschaftung von Laubwäldern und vor allem bei Pflegeeingriffen und Durchforstungen, fallen zum überwiegenden Teil die Sortimente Energieholz und Industriefaserholz an. Im Gegensatz zur Nadelholzbewirtschaftung, kann Laubwertholz erst ab 30 cm Durchmesser – ohne Rinde – als Wertholz vermarktet werden.

Eine weitere Besonderheit des Burgenländischen Waldes ist die kleinflächige Streubesitzstruktur. Die einzelnen Waldgrundstücke sind häufig nur wenige Meter breit, dafür aber sehr langgestreckt und weisen Flächengrößen von oft nur 0,12 bis 0,30 ha auf. Die Anzahl der Betriebe mit Eigenwald beträgt ca. 16.000, jene Betriebe mit ideellem Waldanteil rund 15.700. Die kleine Besitzstruktur bringt große Nachteile im Bereich der Bestandeserziehung, Bestandespflege und der Holzvermarktung mit sich. Im Burgenland sind nur wenige Großbetriebe vorhanden, sieht man von den agrargemeinschaftlichen Zusammenschlüssen ab, die jedoch wiederum eine Vielzahl von Eigentümern aufweisen.

Das Burgenland verfügt außerdem über 20.000 ha Niederwald, dessen Marktleistung nur auf dem Energiesektor seinen Niederschlag findet. Im Sinne der Österreichischen und Burgenländischen Volks-, Forst- und Holzwirtschaft, soll der Klein- und Kleinstwald in seiner Gesamtwirkung auch als Wirtschaftsfaktor voll zur Entfaltung gebracht werden. Viele Projekte und Anstrengungen der heimischen Forstwirtschaft zielen darauf ab, den Bedarf der Österreichischen holzverarbeitenden Industrie sowie den Biomassebedarf aus nachhaltiger Waldwirtschaft größtmöglich zu decken.

Die Österreichische Waldinventur (Erhebung 2007/09) zeigt deutlich, dass der nicht genutzte jährliche Zuwachs im Kleinwald steht. In dieser Besitzkategorie -Waldflächen kleiner 200 Hektar, werden lediglich 6,2 Vorratsfestmeter jährlich genutzt, bei einem jährlichen Zuwachs von 8,5 Vorratsfestmetern.

Bei allen Bemühungen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gilt es, die Nutzung auch im Kleinwald an den Zuwachs heranzuführen, um einerseits die Waldbiomasse aus der Region CO2-neutral in der Region zu belassen und andererseits die Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele zu erlangen. Dass Biomassenutzungen nicht zu Degradierungen unserer Waldböden führen, gilt es Äste, Reisig und Blätter als Hauptnährstoffträger der Bäume im Wald zu belassen.

Beim Vergleich des Kohlenstoffhaushaltes eines Urwaldes und eines nachhaltig bewirtschafteten Waldes zeigt der Wirtschaftswald eine vielfach höhere CO2-Senkenleistung. Der Grund ist, dass die stoffliche oder energetische Verwendung des Holzes fossile Energieträger substituiert. Ein bewirtschafteter Wald liefert uns nicht nur den wertvollen Rohstoff Holz, sondern trägt auch wesentlich zur Erreichung der Klimaziele bei.

FM DI Herbert Stummer