Über 1000 Biobetriebe im Burgenland

Die Stärke der burgenländischen Landwirtschaft liegt in der Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel. In kaum einem anderen Bereich zeigt sich dies so deutlich, wie in der biologischen Landwirtschaft. Der Biolandbau hat im Burgenland eine lange Tradition.


Bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts organisierten sich die Biobauern des Burgenlands in einer Interessengruppe. 1981 entstand der „Bio-Landesverband Burgenland“. Später wurde daraus der Verband „Bio Austria - Burgenland“, der heute 640 Betriebe betreut. Damals wie heute liegt die Weiterentwicklung des Biolandbaues in den Händen der Pioniere, die neue Wege gehen und Vorreiter künftiger Entwicklungen sind. Sie sind die Hauptverantwortlichen der Erfolgsgeschichte des Biolandbaues.

Von 25 Bio-Betrieben im Jahre 1990 stieg die Zahl bis heute auf 1020, die bewirtschaftete Fläche von 100 auf rund 47.000 Hektar. Damit liegt die burgenländische Biolandwirtschaft mit einem Flächenanteil von rund 27 % im europäischen Spitzenfeld. Es ist aber auch für die weitere Entwicklung der Biolandwirtschaft im Burgenland noch genug Spielraum. Die positive Entwicklung der letzten Jahre wird 2016 mit einer Steigerung um rund 1 % gegenüber dem Vorjahr weiter fortgesetzt. Für das Jahr 2017 gibt es 74 Voranmeldungen für die Teilnahme an der Maßnahme Biologische Wirtschaftsweise. So wird dem Konsumentenwunsch nach einer vielfältigen Palette an ökologisch erzeugten Produkten aus dem Burgenland entsprochen und ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz erbracht.

Nachfrage nach Bio steigend

Der Erfolg der Bio-Landwirtschaft ist in Österreich eng mit den Aktivitäten der Supermärkte verwoben. Anders als in Deutschland wurden Bio-Produkte nicht über Reformläden der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht. 1994 begannen hierzulande die großen Supermarktketten in die Vermarktung biologischer Produkte einzusteigen. Bio-Lebensmittel waren nun für alle Konsumenten erhältlich. Am häufigsten kauften Frau und Herr Österreicher Milch und Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, Obst und Gemüse in Bio-Qualität.

Parallel zur steigenden Nachfrage wurde auch die Bio-Produktion ausgeweitet. Um diese Wertschöpfungschance für die heimische Landwirtschaft bestmöglich nützen zu können, muss sich die Produktion der steigenden Nachfrage anpassen. Im Bereich Getreideprodukte gibt es schon seit mehreren Jahren einen Exportbedarf, dazu trägt das Burgenland als traditionelles Getreideanbaugebiet wesentlich bei. Bei anderen Produkten, vor allem Fleisch, kann das Angebot noch erhöht werden. In diesem Bereich spielt das Burgenland noch eine untergeordnete Rolle.

Knowhow und Begeisterung für die Landwirtschaft

BetriebsführerInnen, die in die biologische Produktion einsteigen, sind zumeist zum Zeitpunkt der Umstellung bereits gut informiert, haben sich bei mehreren Biobauern und Vorträgen weiter gebildet. Die Umstellungskurse in die biologische Landwirtschaft, werden gut besucht. Als sehr interessantes Beratungstool können auch die praktischen Feldversuche und die damit einher gehenden Feldbegehungen gesehen werden.
Der biologische Landbau hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem sehr bedeutsamen Wirtschaftszweig entwickelt. Die Biobauern haben sich intensiv weitergebildet, so dass ein enormer Fortschritt in der Kulturführung zu verzeichnen ist. Dies bewirkt auch, dass, abgesehen von Extremwitterungssituationen, Ertragssicherheit gegeben ist.